Bodenbedingungen: Die Erde, in der der Wein wächst

Bodenbedingungen: Die Erde, in der der Wein wächst

Bodenbedingungen, Hanglage, Klima und nicht zuletzt die Intuition des Winzers müssen zusammenspielen, um einen guten Wein herstellen zu können. Dass es „nur“ 13 Qualitätsweinanbaugebiete in Deutschland gibt, hat seinen Grund. Nicht überall sind ideale Bedingungen gegeben, um qualitativ hochwertige Weinreben anzubauen. Wie vor allem die Bodenbedingungen den Geschmack des Weines beeinflussen, erklären wir Ihnen im Artikel.

Der Boden und die Lage

Ob Wein oder andere Kulturpflanzen, die Bodenbeschaffenheit spielt eine zentrale Rolle beim Anbau. Immerhin handelt es sich dabei um die Gesamtheit der Erde, in der die Pflanze wachsen und gedeihen soll. Mehrere Komponenten müssen stimmen, damit aus einer einfachen Rebe eine starke und gesunde Pflanze wird, die zahlreiche geschmackvolle Früchte trägt. Hinsichtlich der Lage kann man anhand der Verteilung der Qualitätsweinanbaugebiete Rückschlüsse auf ideale Bedingungen ziehen. So sind nach Süden oder Südwesten ausgerichtete Hänge in geschützten Tälern perfekt für den Weinanbau. Regen, Sturm und Schnee können den Pflanzen nicht so viel anhaben und sie profitieren von einer insgesamt längeren Sonnenscheindauer als etwa flache Lagen.

Bodenbedingungen prägen Geschmack

In den 13 Qualitätsweinanbaugebieten gibt es insgesamt 43 verschiedene Bereiche, 167 Großweinlagen und mehr als 2.600 Einzellagen. Das Besondere: Die gleiche Rebsorte wird, je nach dem aus welcher Lage sie stammt, niemals zu 100% gleich schmecken. Daran sind unter anderem die Bodenbedingungen „schuld“. Aufbau und Zusammensetzung der Gesteins- und Erdschichten sowie verschiedene Anteile von Mineralien spiegeln sich im Geschmack des Weines wider. Weine, die in Schiefer- oder Kalkböden wachsen, schmecken anders als Weine, deren Reben auf Lehm- oder Lössboden gedeihen. Rebsorten, die in der Erde über Granit- oder Buntsandstein wachsen, bringen wieder andere Geschmackskomponenten mit. Weinkenner können anhand der Eigenschaften feststellen, woher genau ein Wein kommt, so unterschiedlich ist der Geschmack.

Der Boden an Saale und Unstrut

Das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut umfasst rund 760 Hektar und ist geprägt durch Weinberge, Steilterrassen und die Flusstäler der namensgebenden Flüsse. Die Weine, die hier gedeihen gelten im Geschmack als feingliedrig und fruchtig, mit eindeutigen mineralischen Nuancen. Diese entsprechen den hier vorhandenen Bodenbedingungen: Es finden sich hier vorwiegend Muschelkalkverwitterungsböden, darüber hinaus auch Buntsandstein, Lösslehm und Kupferschiefer. Auf diesen Böden gedeihen rund 50 verschiedene Weinsorten, wobei das Verhältnis bei etwa drei Viertel Weißwein und einem Viertel Rotwein liegt. Die meisten Weine werden trocken ausgebaut, da so das fruchtig-frische, leicht mineralische Bukett am besten zur Geltung kommt. Die am häufigsten angebauten Sorten sind übrigens Müller-Thurgau, Weiß- und Grauburgunder sowie Bacchus.