Der Winzer im März

Der Winzer im März

Was macht der Winzer im März? Mussten sich die Winzer im Januar und Februar mit Frost und teilweise Schnee den Weinberg teilen, so wird es nun allmählich frühlingshafter. Der Wechsel der Jahreszeiten bleibt auch an den Reben nicht unbemerkt. Deshalb eröffnet sich für den Winzer nun ein ganz neues Aufgabenfeld – sowohl im Weinberg als auch im Weingut und außerhalb des eigenen Betriebs.

Aufgaben des Winzers im März: Endgültiger Rebschnitt und Ausbildung der Reben

Die ersten Märztage werden von einigen Weinbauern genutzt, um den letzten Schliff für den Rebschnitt und die Reparaturen an den Drahtrahmen und Holzpfählen vorzunehmen. Nun erwachen aber auch die Reben aus ihrer Winterruhe – weshalb die Winzer nicht allzu viel Zeit für diese Arbeiten aufwenden.

Im März beginnen die Reben zu “bluten”. Zu diesem Zeitpunkt tritt der Saft aus den Stellen aus, die der Winzer in den letzten Wochen beschnitten hat. Für den Winzer ist das Bluten ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Pflanzen auf die Bildung von Blättern und Trauben hinarbeiten.

Doch der Winzer kann seine Reben nicht alleine lassen, denn nun beginnt die wichtige Phase der Ausbildung. Was er hier genau tut, wird durch das jeweilige Ausbildungssystem bestimmt. Grundsätzlich muss aber der Haupttrieb der Rebe über den Drahtrahmen gebogen und so fixiert werden, dass er sich der gewählten Ausbildungsform anpasst. Beim Biegen und Binden der Rebe muss der Winzer äußerst vorsichtig sein, denn das Holz kann leicht brechen. Es ist daher mit Vorsicht vorzugehen. Es ist kein Zufall, dass die Winzer auf Regen im März hoffen, denn feuchtes Wetter macht das Holz elastischer und verringert die Bruchgefahr.

Wenn der Winzer bis Ende März mit dem Biegen und Binden aller Triebe fertig ist, sind die Reben für eine fruchtbare Saison gut vorbereitet. Denn durch das Biegen und Binden werden die Triebe besser verteilt und jede Traube erhält nicht nur mehr Wärme und Licht, sondern ist auch besser vor Schädlingen und Fäulnis geschützt.

Flaschenabfüllung und mehr im Weinkeller

Im Weinkeller geht das, was im Februar begann, weiter. In der Zwischenzeit hat der Winzer die fruchtigen und frischen Weine verkostet und viele davon zur Abfüllung freigegeben. In den kommenden Wochen wird daher der erste Wein des letzten Jahrgangs das Weingut verlassen und seinen Weg in die Regale und in den Keller finden. In der Zwischenzeit wird im Keller des Weinguts die Filtration und Abfüllung weiterer Weine fortgesetzt, die im Laufe der Zeit ebenfalls verkauft werden.

Zusätzlich sorgen die Winzer im März für die angemessene Reifung ihrer hochwertigen Weine, die mehr Zeit und Ruhe benötigen als das Basissortiment. Hier wird regelmäßig überprüft, ob sich die Weine so entwickeln, wie der Winzer und seine Mitarbeiter es erwarten.

Im März müssen die Winzer auch verkaufen

Der März ist der erste Monat des Jahres, in dem der Blick des Winzers zunehmend nach außen gerichtet ist. Während er früher einen großen Teil seiner Energie den Reben und dem Wein des letzten Jahrgangs widmete, muss er nun an den Geschäftsbeziehungen arbeiten.

Die Winzer nutzen daher zahlreiche Termine im März, laden zu Verkostungen ein und besuchen Geschäftspartner in anderen Städten und sogar Ländern. Das Ziel: bekannt machen, was der nun abgefüllte oder fast fertige Wein zu bieten hat und erste Umsätze generieren. Immer häufiger tauschen die Winzer deshalb ihre Arbeitskleidung gegen eine formellere Garderobe und präsentieren sich, ihr Weingut und ihre Weine auf Messen, Fachveranstaltungen und Verkostungen dem breiten Publikum.

Deshalb ist der März auch ein Monat, in dem sich ein gut zusammengestelltes Team bewährt. Nur wenn seine Mitarbeiter im Weingut alle Aufgaben gut kennen, kann der Winzer unbesorgt reisen und Termine einhalten.