Die Frage nach der Haltbarkeit des Weines

Die Frage nach der Haltbarkeit des Weines

Wie lange kann man welchen Wein lagern? Diese Frage lässt Verbraucher oft ratlos zurück, sind auf Weinflaschen doch keine Mindesthaltbarkeitsdaten angegeben wie bei herkömmlichen Lebensmitteln. Woher weiß man also, bis wann der Wein verbraucht sein muss? Dieser Frage gehen wir in diesem Artikel nach.

Das Alter des Rebstockes


Ein erster wichtiger Anhaltspunkt für die Haltbarkeit eines Weines ist das Alter des Rebstockes. So lässt sich in der Regel ein Wein aus älteren Rebstöcken länger lagern als ein Wein aus jüngeren Rebstöcken. Das kommt daher, dass alte Rebstöcke eine höhere Anzahl an Extrakten und Körpern beinhalten und diese dann in den späteren Wein einbringen. Jedoch sind solche alten Rebstöcke, bei denen diese Regel zutrifft, eher selten vorzufinden, da diese weniger Ertrag einbringen. Dazu kommt, dass die meisten Weine heutzutage so hergestellt werden, dass sie schon nach wenigen Wochen nach Abfüllung gut trinkbar sind. Das hat zur Folge, dass eine längere Lagerung nicht mehr priorisiert wird. So profitieren heute nur noch fünf bis zehn Prozent der Weine von einer längeren Lagerung.

Der Anteil an Tannin, Säure, Schwefel und Alkohol


Neben dem Alter spielen auch der Gehalt an Tannin, Säure, Schwefel und Alkohol eine wichtige Rolle, wenn es um die Haltbarkeit von Weinen geht. So gilt, dass ein Wein mit einem hohen Anteil an Tannin, also süßere Weine, länger lagerfähig ist. Auch sind Weine mit einem hohen Gehalt an Säure länger haltbar. Zum Einen verhindert die Säure das Wachstum von Bakterien, die den Wein durch Umwandlungsprozesse verderben könnten. Zum anderen dämmt sie unerwünschte Mikroorganismen ein und schützt den Wein vor Oxidation. Zuletzt gibt der Alkoholgehalt Aufschluss über die Haltbarkeit des Weines. Da Alkohol die Fähigkeit besitzt, Bakterien abzutöten, ist er ein guter Konservierungsstoff. Sollte man also einen Wein länger lagern wollen, empfehlen sich Weine mit mindestens 13 Volumenprozent Alkohol. Eine Ausnahme bilden nur edelsüße Auslesen, Beerenauslesen, Trockenbeerenauslesen oder Eisweine, da hier der hohe Zuckergehalt konservierend wirkt.

Besonders haltbare Weine


Es gibt bestimmte Rebsorten, die aufgrund der genannten Faktoren besonders gut geeignet sind, lagerfähige Weine hervorzubringen. Dazu zählen der Cabernet Sauvignon, die roten Sorten Nebbiolo, Sangiovese, Syrah und Tannat sowie die weißen Sorten Riesling und Grüner Veltiner. Allerdings sollte man beachten, dass die tatsächliche Haltbarkeit dennoch individuell variieren kann, weshalb es sich empfiehlt, beim Kauf gezielt nach der Haltbarkeit zu fragen.