Das Fass – Besonderheiten und Herstellung

Ein Fass zur Gärung und Lagerung von Wein, wie es in vergangenen Zeiten gang und gäbe war, ist mittlerweile zur Rarität geworden. Heute gären die meisten Weine in großen Stahltanks, bis sie in Flaschen zur Lagerung abgefüllt werden. Eine Ausnahme bilden die Barriqueweine: Sie reifen nach wie vor in Eichenholzfässern und erhalten so ihr typisches Aroma.

Ein Beruf mit Tradition

Weinfässer werden bis heute in Handarbeit hergestellt. Der Beruf des Böttchers, auch als Fassbinder oder Küfer bekannt, ist ein Handwerk mit langer Tradition. Als Holzfässer noch die übliche Form der Lagerung darstellten, waren Böttcher in jeder größeren Stadt zu finden. Heute sind Böttcher nur noch selten zu finden. Umso erfreulicher ist es, dass es an Saale-Unstrut, genauer gesagt in Roßbach bei Naumburg, die Böttcherei Romberg ansässig ist. Neben neuen Weinfässern, die bis zu 20.000 Liter fassen können, reparieren Böttcher vor allem alte und historisch wertvolle Holzfässer.

Dauben, Fasszug, Abbinden

Bis ein Fass fertig zum Befüllen ist, braucht es zahlreiche Arbeitsschritte durch den Böttcher. Hauptbestandteil sind die Dauben, also die gebogenen Holzbretter, die ohne Leim und Nägel zusammengefügt werden. Ihre bauchige Form erhalten die Weinfässer durch das Aufziehen immer neuer Fassringe – die ebenfalls in Handarbeit hergestellt werden – und der gleichzeitigen Einwirkung von Feuer und Wasser. Die Hitze, ausgehend vom Feuerkorb in der Mitte des Fasses, macht das Eichenholz biegsam, sodass es sich in Form bringen lässt. Mit geschickten Handgriffen werden zum Schluss die Böden eingebaut und das Fass mit den letzten Metallringen abgebunden.

Fass bestimmt den Geschmack

Während Holzfässer für verschiedene Zwecke aus Eichen-, Akazien-, Robinien- und manchmal auch aus Kastanienholz gefertigt werden, bestehen Weinfässer fast ausschließlich aus Eichenholz. Barriqueweine erhalten während der Lagerung im Eichenfass ihr besonderes Aroma: Das Holz setzt Gerbstoffe, sogenannte Tannine, frei, die in den Wein übergehen. Die Röstung des Holzes, entstanden durch das Feuer bei der Herstellung, bewirkt die typische Vanillenote des Weines. Diese Veredelung verträgt jedoch nicht jede Weinsorte: Im Barrique gelagert werden vor allem kräftige Rotweine wie Dornfelder oder Weißweine wie Weißburgunder Spätlese.

Bildquelle: Winzervereinigung Freyburg