Gärung in der Flasche vs. im Tank: Sekt ist nicht gleich Sekt

Die Gärung von Wein zum Sekt bietet viel mehr Möglichkeiten als die meisten vielleicht denken. Zur Sektbereitung gibt es verschiedene Verfahren, die sich wiederum auf den Geschmack des späteren Sektes auswirken. Wir erklären, welche Unterschiede es bei der Gärung gibt.

Gärung von Sekt: Vorbereitung

Die Sektherstellung ist eigentlich eine 2. Veredelung des bereits fertigen Weines. Ihm wird Hefe hinzugegeben, um eine 2. Gärung in Gang zu bringen. Die dabei entstehende Kohlensäure bleibt erhalten und ist später ein Qualitätsmerkmal für den Sekt. Entscheidend für den Geschmack ist jedoch der Grundwein, der zur Herstellung verwendet wird. Sehr häufig ist das ein Cuvée, also eine Zusammenstellung von mehreren Grundweinen. Bei Winzersekten wird jedoch in der Regel mehr Wert auf Individualität gelegt, das heißt, hier entstehen kleinere Mengen an Sekt, die meist nur aus einer Rebsorte bestehen.

Klassische Flaschengärung

Das Besondere bei dieser Art der Gärung ist, dass die Herstellung und der Verkauf des Sektes in ein und derselben Flasche erfolgen. Die Flaschen müssen mindestens neun Monate auf der Hefe lagern und auch die Gesamtherstellungszeit muss mindestens diese Zeitspanne betragen. Erst danach darf dieser Sekt vermarktet werden und erhält auch auf dem Etikett den Hinweis „Klassische Flaschengärung“. Meist ist dieser Sekt etwas teurer, was jedoch dadurch zu erklären ist, dass alle Schritte per Hand erledigt werden. Das heißt, die Flaschen werden per Hand gedreht und gerüttelt, sodass sich die Hefe im Flaschenhals absetzt. Diese wird nach der abgeschlossenen Gärung entfernt – degorgiert – und die Flasche mit der sogenannten Versanddosage aufgefüllt. Anschließend werden die Flaschen mit dem typischen Korken verschlossen.

Zwischen Flasche und Tank: Transvasierverfahren

Der Sekt wird auch hier zunächst in der Flasche vergoren, doch dabei handelt es sich nicht um die spätere Versandflasche. Die Zeit auf der Hefe beträgt nur 90 Tage, doch auch dieser Sekt darf erst nach einer Gesamtherstellungszeit von neun Monaten vermarktet werden. Im Unterschied zur oben genannten Variante der Gärung, wird hier die überschüssige Hefe nicht abgerüttelt, sondern die Flaschen werden entleert und der Sekt unter Kohlensäurehochdruck filtriert. Im Drucktank wird die Versanddosage zugegeben und der fertige Sekt in die Verkaufsflaschen abgefüllt.

Gärung im Drucktank

Bei der dritten Gärvariante von Sekt erfolgt die Veredelung des Grundweines in speziellen Drucktanks. Diese Methode eignet sich vor allem dann, wenn größere Mengen Sekt hergestellt werden sollen, die einheitlich im Geschmack sind. Anders als bei der Flaschengärung muss die Mindestherstellungsdauer nur sechs Monate betragen. Die Entfernung der Hefe erfolgt wie beim Transvasierverfahren mittels Filtration, bevor der Sekt in die Flasche abgefüllt wird.

Sekt bei der Winzervereinigung Freyburg

Bei der Winzervereinigung ist das ganze Jahr über Sektzeit! Das heißt, die Sektherstellung ist so aufgestellt, dass etwa vier Mal im Jahr degorgiert und Sekt abgefüllt wird. Das geschieht jedoch nicht am Standort in Freyburg, sondern in Kooperation mit der Sektkellerei Norbert Bardong in Geisenheim. Die erfolgreiche Zusammenarbeit besteht nunmehr seit über 20 Jahren. Lust, ein Produkt dieser Kooperation zu probieren? Hier sind einige unserer Winzersekte: