Glühwein Geschichte: Siegeszug des gewürzten Weines

Glühwein Geschichte: Siegeszug des gewürzten Weines

Es ist das Heißgetränk der Weihnachtszeit; zu finden auf jedem deutschen Weihnachtsmarkt, in Wohnzimmern und auf Weihnachtsfeiern: Der Glühwein. Heiß gemacht und mit Gewürzen verfeinert, ist der Glühwein aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken. Doch das beliebte Getränk hat eine weit zurückreichende Geschichte.

Wein würzen in der Antike

Glühwein: Beliebtes Weihnachtsgetränk

Der Glühwein gehört traditionell zur Weihnachtszeit. Das heiß Getränk kann sowohl aus rotem als auch aus weißem Wein hergestellt werden.

Bereits in der Antike haben die Menschen den Wein gewürzt. In Griechenland finden sich erste Belege für Rezepte, in denen Wein mit anderen Zutaten vermengt wurde. Jedoch ging es damals nicht um den Geschmack, sondern um die Haltbarkeit und Lagerung. Durch die Beigabe von weiteren Zutaten konnte Wein in das ganze Land exportiert und gelagert werden.

Den ersten Vorfahren des Glühweins stellten dann die Römer her. Conditum Paradoxum enthält neben Wein auch Honig und unterschiedliche Gewürze wie Safran, Dattelkerne, Pfeffer und Mastrix. Da diese Gewürze im Römischen Reich sehr teuer waren, blieb der Genuss des gewürzten Weines der wohlhabenden Oberschicht vorbehalten.

Die erste handschriftliche Erwähnung für einen gewürzten Wein findet sich im ältesten erhaltenen Kochbuch der römischen Antike, dem „De re coquinaria“ aus dem 3. oder 4. Jahrhundert, ist ein Rezept für einen ausgezeichneten Gewürzwein enthalten. Das Rezept aus dem sogenannten Kochbuch des Apicius ähnelt jedoch eher einem Martini als dem heutigen Glühwein.

Glühwein Geschichte: Allheilmittel gewürzter Wein

Im Mittelalter wurde der gewürzte Wein vor allem kalt getrunken und galt als Allheilmittel gegen die unterschiedlichsten Leiden. Grund dafür sind die in den Gewürzen enthaltenden ätherischen Öle. So wirken Nelken beispielsweise verdauungsfördernd und antibakteriell, während Kardamom appetitanregend ist und dem Zimt unter anderem eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird.

Der Honig im Wein spielte auch im Mittelalter gleich eine doppelte Rolle. So wurde er einerseits genutzt, um dem Wein den sauren Geschmack zunehmen, andererseits verlängerte er die Haltbarkeit und der Wein konnte gelagert werden.

Das älteste, überlieferte Glühweinrezept Mitteldeutschlands stammt aus Sachsen. Im Dezember 1843 schrieb August Josef Ludwig von Wackerbarth, ein Historiker und Kunstsammler, ein Rezept für die Glühweinherstellung nieder.

Bußgeldbescheid und Siegeszug des Glühweines

Im 20. Jahrhundert feierte der Glühwein dann seinen Siegeszug als beliebtestes Getränk der Winterzeit. Dabei verstieß das Abfüllen des gewürzten Weines zunächst gegen geltendes Weinrecht.

Im Winter 1956 füllte Rudolf Kunzmann in seiner Ein-Mann-Weinkellerei in Augsburg-Pfersee erstmals mit Zucker und Gewürzen versetzten Wein in Flaschen ab und verkaufte diesen. Da Zucker zur damaligen Zeit jedoch noch als verbotene Zutat galt und der abgefüllte Wein somit gegen das Weinrecht verstieß, stellte das Marktamt der Stadt Augsburg einen Bußgeldbescheid aus, der somit in die Geschichte einging als Beleg für die ersten abgefüllten Flaschen Glühwein Deutschlands.

Mit der Änderung des Weingesetzes und der Legalisierung des Glühweins stand dem Siegeszug des roten oder weißen Heißgetränks nichts mehr im Wege. Heute ist der beliebte Gewürzwein aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken.

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