Archäologische Geschichte zum Greifen: Himmelswege in Sachsen-Anhalt

Archäologische Geschichte zum Greifen: Himmelswege in Sachsen-Anhalt

Was ist der Sinn des Lebens? Wo kommen wir her und was bringt die Zukunft? Diese Antworten versuchen die Menschen seit vielen Jahrtausenden in den Sternen zu finden. Und auch heute noch begeistert der Sternenhimmel mit seinen Geheimnissen die Menschheit.

Auch die Erlebnisroute „Himmelswege“ in Sachsen-Anhalt beschäftigt sich mit der Geschichte und Bedeutung des Sternenhimmels. Dabei gibt sie Touristen die Möglichkeit, bedeutende archäologische Funde hautnah zu erleben und dabei den Geheimnissen am Nachthimmel auf den Grund zu gehen. Wir stellen Ihnen die einmaligen Funde an den vier „Himmelswege“-Stationen in Sachsen-Anhalt vor, die zeigen warum die Region einmal zu den wichtigsten europäischen Zentren gehörte.

Himmelswege: Halle/Saale – Das Landesmuseum für Vorgeschichte

Im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle befindet sich die weltberühmte Himmelsscheibe von Nebra. Diese war nicht nur Kultobjekt, sondern auch wissenschaftliches Instrument. Auf ihr sind astronomische Phänomene, aber auch religiöse Symbole zu finden. Doch welche Bedeutung haben diese? Was hat es mit der Darstellung von Sonne und Mond auf sich? Welche Sterngrupen sind auf der Himmelsscheibe zu sehen? Antworten gibt es im Landesmuseum in Halle. In einer interessanten und anschaulichen Dauerausstellung werden die größten Geheimnisse um die Himmelsscheibe gelüftet.

Nebra – Fundort der Himmelsscheibe

Auf dem Mittelbergplateau in Nebra wurde 1999 die Himmelsscheibe von Nebra gefunden. Heute befindet sich drei Kilometer vom Fundort entfernt, die Arche Nebra. In diesem Besucherzentrum können Touristen die Geschichte der Himmelsscheibe hautnah erleben. Mit virtuellen Figuren, Filmen und Comics wird die Entstehung und Geschichte der Himmelsscheibe anschaulich präsentiert. Außerdem begeistert die Arche Nebra durch eine besondere Architektur sowie ein integriertes Panoramafenster durch das man bis zum Fundort blicken kann.

Goseck – Heimat eines historischen Sonnenobervatoriums

Sogar noch älter als die Himmelsscheibe von Nebra ist das Sonnenobservatorium in Goseck. Dieses wurde bereits 4800 vor Christus erbaut und ist damit das älteste Sonnenobervatorium der Welt. Als das Observatorium entstand, erforschten Steinzeitmagier den Himmel und legten mit Hilfe des hölzernen Sonnentempels Saat- und Erntezeiten für die ersten Bauern Europas fest. Um eine gute Ernte und den Schutz der Götter zu gewährleisten, wurden jedoch auch Menschen geopfert. Einen umfassenden Einblick in die Geschichte und Rekonstruktion des Sonnenobervatoriums erhalten Besucher an einem eigens eingerichteten Infopoint in Goseck.

Langeneichstädt – Die Dolmengöttin

In Langeneichstädt befindet sich ein Großsteingrab, das Überbleibsel einer besonderen Kultur ist: der Megalithkultur. Für dieses Großsteingrab, dem Magalith, wurden vor vielen tausend Jahren riesige Steine über weite Strecken transportiert – für damalige Verhältnisse ein enormer Kraftakt.

Besonderes Highlight des Großsteingrabes ist die Dolmengöttin, die auf einem 1,76 Meter langen Menhir thront und 3.600 bis 2.700 vor Christi entstanden ist. Sie zeugt von den Jenseitsvorstellungen steinzeitlicher Menschen sowie von damaligen rituellen Bräuchen. Informationen zu Entstehung und Geschichte können Besucher in Langeneichstädt erhalten und dabei einer besonderen Kultur auf den Grund gehen.

Neugierig geworden?

Ausführliche Informationen rund um das Thema „Himmelswege“ finden Sie auf der Webseite www.himmelswege.de