Klimawandel trifft Weinbau

Klimawandel trifft Weinbau

Den Klimawandel gibt es nicht erst seit gestern und so beschäftigen sich Winzer, ebenso wie andere Landwirte, schon längst damit, wie mit den Folgen umgegangen werden kann. Was also tun, wenn in den milden Wintern kaum mehr Schnee fällt? Wie damit umgehen, wenn die Hitze im Sommer den Reben zu schaffen macht? Je nach Anbaugebiet werden unterschiedliche Strategien verfolgt, denn nicht überall herrschen die gleichen (gesetzlichen) Rahmenbedingungen.

Frühere Lese

Ein Phänomen, dass sich beobachten lässt, ist die Verschiebung der Weinlese nach vorn. Wurden noch vor einigen Jahren Mitte September die Trauben der ersten reifen Sorten gelesen, so beginnt die Ernte mittlerweile Ende August. Gerade frühreifende Weißweinsorten sind damit ziemlich zeitig im Jahr dran und können weiter zu Wein verarbeitet werden. Der Vorteil dabei ist natürlich, dass diese Weine dann auch eher für die Konsumenten verfügbar sein können. Doch die frühe Lese geht auch zu Lasten bestimmter Weine, zum Beispiel Eisweine. Wie der Name schon sagt, müssen die Trauben für den süßen Dessertwein einmal Frost bekommen, bevor sie gelesen werden. Da frostige Kälte aber mittlerweile immer später einsetzt, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit noch Trauben für den Eiswein zu ernten.

Zusätzliche Bewässerung?

Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Weinstock, vor allem die älteren, recht tiefe Wurzeln haben. Das heißt, bis zu einem gewissen Grad können die Pflanzen ausbleibende Regenfälle ausgleichen. Wenn jedoch im Hochsommer die Temperaturen enorm steigen und Hitzeperioden länger anhalten, macht das den Winzern Sorgen. Eine zusätzliche Bewässerung der Reben ist leider vielerorts nicht möglich oder kann nur mit hohem Aufwand sinnvoll umgesetzt werde. Das Problem ist die ausreichende Wasserverfügbarkeit in den einzelnen Rebanlagen. Die Nutzung von Grundwasser ist durch die Bohrung eines Brunnen möglich, jedoch sehr kostenintensiv und bedarf einer Genehmigung durch die zuständigen Stellen. Da der Grundwasserspiegel in den letzten Jahren sinkt, wird dies immer schwieriger und in vielen Regionen nicht mehr genehmigt. Eine weitere Variante wäre das Auffangen und Speichern von Regenwasser in den Wintermonaten, um es zur Bewässerung der Rebanlagen in den Sommermonaten zu nutzen. Hierzu laufen in der Saale-Unstrut Region derzeit Planungen, Wasserspeicherbecken für die Weinbergbewässerung in einzelnen Regionen zu installieren, um in kommenden Hitzeperioden die Möglichkeit der Bewässerung zu gewährleisten. Zudem versuchen die Winzer durch verschiedene Bewirtschaftungsstrategien wie Strohabdeckung, Humusaufbau und wassersparendes Begrünungsmanagment die Ressource Wasser im Boden besser zu halten und optimal zu nutzen.

Was bedeutet der Klimawandel langfristig?

Der Klimawandel hat bereits Auswirkungen auf den Weinbau und die Winzer müssen sich darauf einstellen. Ziel ist es, Möglichkeiten zu finden, mit den sich ändernden Gegebenheiten umzugehen. Das bedeutet allerdings das der Anbau von Wein aufwendiger wird.