Mineralität im Wein: Eine Frage des Bodens

Mineralität im Wein: Eine Frage des Bodens

Rund um den Wein gibt es verschiedene Begrifflichkeiten, beispielsweise Terroir, Bukett, Aroma, Tannine oder auch Mineralität. Was haben Minerale mit Wein zu tun? Wie kommen sie da hinein und welche findet man im Wein? Wir haben Antworten auf diese spannenden Fragen.

Der Weinbegriff „Mineralität“

Man kennt das Wort Mineralien, doch Mineralität im Wein ist ein wenig anders zu deuten. Es handelt sich dabei um einen Begriff aus der Sensorik, also der geschmacklichen Interpretation von Weinen. Jeder Wein hat sein eigenes, ganz spezielles Aroma. Selbst gleiche Sorten können je nach Jahrgang anders schmecken. Das liegt an den vielen verschiedenen Einflussfaktoren, die im ersten Schritt auf die Trauben und damit im zweiten Schritt auf den Wein einwirken.

Mineralität wird dabei häufiger Weißweinen zugeschrieben als Rotweinen. Letztere werden häufig durch ihre Fruchtaromen oder die Gerbstoffe, also Tannine hervorgehoben. Weißweine haben in der Regel etwas mehr Säure und weniger fruchtige Aromen. Dieser – nennen wir es herbere – Bestandteil des Weines lässt sich durch die Mineralität des Weines erklären.

So hängen Mineralität und Geschmack zusammen

Ebenso wie Sonne und Regen von oben einen Einfluss auf die Rebe haben, hat der Boden von unten ebenfalls „ein Wörtchen mitzureden“. Auf der Suche nach Wasser dringen die Wurzeln des Rebstocks tief in die verschiedenen Erdschichten ein und nehmen neben dem Wasser auch Mineralstoffe auf. Das können beispielsweise Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen oder Kupfer sein. Je nach Beschaffenheit des Bodens und des tieferliegenden Gesteins ist die Zusammensetzung und Konzentration eine andere. So enthalten vor allem Weißweine neben Zucker, Säure und Alkohol häufig eine mineralische Note, die beispielsweise an Kreide, Kalk, Feuerstein, Graphit erinnert. Achten Sie doch mal drauf, wenn Sie das nächste Mal einen Wein verkosten.

Der Boden an Saale und Unstrut

Die Böden an Saale und Unstrut, die mit Weinreben bewirtschaftet werden, bestehen hauptsächlich aus Muschelkalk, Buntsandstein, Lösslehm und Kupferschiefer. Diese Böden sind sehr fruchtbar und sorgen gemeinsam mit den vielen Sonnenstunden und der idealen Lage an Steilhängen für gutes Gedeihen und entsprechende Ernten. Unsere am häufigsten angebauten Weine sind Müller-Thurgau, Weißburgunder, Silvaner, Riesling, Portugieser und Dornfelder. Gerade die Weißweine weisen eine herrliche spritzig-frische Note, ausgewogene Säure und Fruchtaromen sowie eine gewisse Mineralität auf.