Die 13 Qualitätsweinanbaugebiete in Deutschland

Die 13 Qualitätsweinanbaugebiete in Deutschland

Wein wird in Deutschland vielerorts hergestellt, doch nur 13 Weinanbaugebiete sind berechtigt, Qualitäts- und Prädikatsweine herzustellen und diese auch unter diesem Namen zu verkaufen. Das Anbaugebiet Saale-Unstrut ist eines der 13 Qualitätsweinanbaugebiete in Deutschland.

Qualitätsweinanbaugebiet – was bedeutet das?

Wie der Name schon vermuten lässt, entstehen in diesen Gebieten besonders hochwertige Weine und Weine mit höheren Qualitätsstufen, zum Beispiel Auslesen oder Spätlesen. Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete müssen besondere Anforderungen erfüllen, um als solche bezeichnet werden zu dürfen. Darüber hinaus gibt es Anbaugebiete, die den sogenannten Landwein hervorbringen. Diese sind geografisch weiter gefasst und schließen die Qualitätsweinanbaugebiete teilweise mit ein. Landwein ist jedoch kein Qualitätswein.

Die 13 Qualitätsweinanbaugebiete

Im Folgenden erfahren Sie etwas über die Lage und Besonderheiten der 13 Qualitätsweinanbaugebieten in Deutschland.
 
Ahr
Mit rund 540 Hektar Anbaufläche ist es ein eher kleines Weinanbaugebiet. Die Besonderheit: Mehr als drei Viertel der Reben sind Rotweinsorten. So wundert es nicht, dass das Anbaugebiet Ahr vor allem für Spätburgunder, Dornfelder, Portugieser und Frühburgunder bekannt ist.

Baden
BadenMit 400 Kilometern Länge und rund 16.000 Hektar Anbaufläche ist Baden das drittgrößte Weinbaugebiet in Deutschland. Es verläuft entlang der Grenze zu Frankreich und gehört als einziges der deutschen Anbaugebiete zur sogenannten Weinbauzone B der Europäischen Union, die sich auf das herrschende Klima beziehen. Spezialität ist der Spätburgunder.

Franken
Das Weinbaugebiet erstreckt sich mit rund 6.000 Hektar Anbaufläche grob gesagt rund um die Stadt Würzburg. Auf den Muschelkalk- und Keuperböden gedeihen besonders gut die Reben für Silvaner, doch auch für den Müller-Thurgau ist die Region bekannt.

Hessische Bergstraße
Seit 1971 ist das Gebiet zwischen Neckar, Rhein und Main ein eigenständiges Weinanbaugebiet. Durch die geschützte Lage herrscht hier ein sehr mildes Klima, das sich auch auf den Wein auswirkt. Vor allem die Sorten Riesling, Müller-Thurgau, Grau- und Spätburgunder fühlen sich hier besonders wohl.

Mittelrhein
Nicht groß (ca. 460 Hektar), aber dafür umso idyllischer ist das Anbaugebiet zwischen Bingen und Bonn. Die Weinhänge direkt am Rhein sind gekrönt von mittelalterlichen Burgen und gesäumt von kleinen Städtchen mit Fachwerk-Romantik. Riesling und Müller-Thurgau gehören ebenso zu den gut gedeihenden Sorten wie Kerner und Spätburgunder.

Mosel
moselWie kein anderer Fluss in Deutschland schlängelt sich die Mosel auf ihrem Weg von Frankreich zum Rhein in großen Schleifen durch die Landschaft. Rechts und links davon erheben sich Weinhänge, an denen vor allem Trauben zur Herstellung von Riesling, Müller-Thurgau, Elbling, Kerner, Weiß- und Spätburgunder sowie Dornfelder reifen.

Nahe
Rund um Bad Kreuznach befindet sich das Qualitätsweinanbaugebiet Nahe. Von den rund 4.150 Hektar Rebfläche sind etwa ein Viertel mit Rieslingreben bestockt, der bei den für die Region typischen milden Temperaturen und viel Sonnenschein hervorragend gedeiht.

Pfalz
Das zweitgrößte deutsche Weinanbaugebiet hat eine Rebfläche von 23.400 Hektar und erstreckt sich südlich von Worms entlang der französischen Grenze. Bekannt ist das Gebiet vor allem auch für die „Deutsche Weinstraße“, die auf 85 Kilometern Länge insgesamt 130 Weinorte miteinander verbindet. Riesling gehört auch hier neben anderen klassischen Weinsorten zu den Favoriten.

Rheingau
rheingauRechtsrheinisch zwischen Wiesbaden und Lorch erstreckt sich der Rheingau mit rund 3.100 Hektar Rebfläche. Gut geschützt durch die Ausläufer des Taunusgebirges gedeiht auch hier der Riesling hervorragend. Doch auch für seinen Spätburgunder ist das Anbaugebiet bekannt.

Rheinhessen
Südwestlich von Mainz und Darmstadt erstreckt sich das größte der 13 deutschen Qualitätsweinanbaugebiete. Auf 26.500 Hektar werden hier auf den sanften Hügeln Weinreben angebaut und das mit einer beachtlichen Weinbaugeschichte. Entsprechend seiner Größe ist das Gebiet Rheinhessen für mehrere Sorten bekannt: Müller-Thurgau, Riesling, Silvaner, Weiß- und Grauburgunder, aber auch Scheurebe sowie die Rotweinsorten Dornfelder, Portugieser und Spätburgunder gedeihen hier prächtig.

Saale-Unstrut
Mit 750 Hektar Weinfläche ist es das nördlichste der Qualitätsweinanbaugebiete in Deutschland. Durch die besondere Lage entlang der Flüsse Saale und Unstrut herrschen dennoch günstige Klimabedingungen, um Wein anzubauen. Besonders bekannt ist die Region rund um Freyburg an der Unstrut für die Sorten Müller-Thurgau, Weißburgunder, Silvaner, Riesling, Portugieser und Dornfelder.

Sachsen
Eines der kleinsten Weinanbaugebiete erstreckt sich nördlich von Dresden entlang der Elbe und hat insgesamt etwa 490 Hektar Rebfläche. Aufgrund der Kombination von Boden und dem Klima, das trotz der geografischen Lage recht mild ist, sind die Voraussetzungen für erfolgreichen Weinanbau gegeben. Neben den klassischen Sorten Müller-Thurgau, Riesling sowie Weiß- und Grauburgunder finden sich hier auch Traminer, Spätburgunder oder Kerner.

Württemberg
WürttembergZwischen Heilbronn und Stuttgart liegt das Weinanbaugebiet Württemberg. Ähnlich wie an der Ahr dominieren beim Anbau hier die Rotweinsorten. Bekannt ist das südwestliche Anbaugebiet mit insgesamt rund 11.400 Hektar Fläche für die Sorten Trollinger, Schwarzriesling, Lemberger und Spätburgunder. Aber auch Riesling, Kerner, Müller-Thurgau, Silvaner werden angebaut. Besondere Spezialitäten sind jedoch Samtrot und der Frühburgunder.
 
 
 
Bilder im Text: Deutsches Weininstitut