Sommer auf dem Weinberg – was passiert?

Sommer auf dem Weinberg – was passiert?

Der Sommer mit hoffentlich schönem Wetter ist für den Winzer alles andere als die beste Zeit für Urlaub. Auf dem Weinberg fallen zahlreiche Aufgaben an, denn schließlich ist der Sommer die aktive Vorbereitungszeit für die Lese, die dann im September anläuft. Was alles zu tun ist, lesen Sie hier.

Austrieb und Pflanzenschutz

Nachdem im Frühjahr die Ruten am Rebstock durch Biegen und Binden in Form gebracht wurden, erfolgt der Austrieb und die Rebstöcke werden so langsam grün. Damit beginnt ab Mai auch die Phase des Pflanzenschutzes, um die jungen Triebe vor typischen Krankheiten wie Mehltau zu bewahren. Vor allem feucht-warmes Klima und kein Wind, der das Laub trocknen könnte, sind ideale Bedingungen für Pilze. Um entgegen zu wirken, setzt der Winzer Pflanzenschutzmittel ein – jedoch nur unter strengen Auflagen. Lediglich einmal im Monat und nur von Mai bis August kommen Mittel zum Einsatz. Ziel dabei ist es, Krankheiten und Schäden zu vermeiden und die Traubenqualität und -menge zu sichern.

Im Sommer: Laubarbeiten

Während des Frühsommers folgt die Blütezeit auf den Austrieb. Selbstbefruchtung ist dabei die Grundlage für die Fruchtbildung. Damit die Trauben in Ruhe reifen können und auch von den Sonnenstrahlen genügend abbekommen, muss der Winzer regelmäßig Laubarbeiten durchführen. Das bedeutet, dass die Blattfläche an die Menge und Größe der Triebe am Rebstock angepasst wird. Zu dieser Arbeit gehört außerdem das Ausbrechen überschüssiger Triebe, die Entlaubung des Stammes und die Erhaltung der Form des Rebstockes durch Laubschnitt. Wer denkt, dass die Rebstöcke nach oben wachsen dürfen, der irrt. Werden die Triebe mit Blättern zu hoch, sorgen sie für zu viel Eigenbeschattung. Entsprechend werden die Rebstöcke auf einer konstanten Höhe gehalten.

Beginn der Reifephase

Während des Sommers hat der Winzer die Möglichkeit, den Ertrag und die Qualität der Trauben zu beeinflussen – ein Grund mehr, warum im Sommer Hochzeit auf dem Weinberg herrscht! Wenn die Reifephase der Trauben beginnt, das heißt wenn sie weich werden und sich langsam einfärben, kann die sogenannte „grüne Lese“ beginnen. So bezeichnet man die Tätigkeit des Winzers, wenn überschüssige Trauben abgenommen werden. Nährstoffe aus dem Boden verteilen sich so auf weniger Trauben und damit ist eine höhere Qualität möglich. Ende August, wenn die Trauben ganz weich werden, schränken sich die Möglichkeiten stark ein, die Qualität der Trauben und damit des späteren Weins zu beeinflussen. Ab diesem Zeitpunkt ist die Witterung verantwortlich. Sie beeinflusst die Entwicklung der Trauben, deren Qualität und das Mostgewicht, also den Zuckergehalt, in der Beere.