Trocken, brut und Co.: Geschmacksrichtungen beim Sekt

Trocken, brut und Co.: Geschmacksrichtungen beim Sekt

Ähnlich wie bei Weinen finden sich auch auf den Etiketten von Sekt Hinweise auf den Ausbau: Ob trocken, halbtrocken oder brut, entsprechend dieser Bezeichnungen schmecken die Sekte unterschiedlich. Was genau das eigentlich heißt und wie ähnlich die Stufen den Ausbaustufen beim Wein sind, lesen Sie hier.

Der Restzucker ist entscheidend

Wenn man von den Geschmacksrichtungen spricht – egal ob bei Wein oder bei Sekt – ist die Süße der entscheidende Faktor. Je nach Reife der Trauben haben diese bei ihrer Lese ein entsprechendes Mostgewicht, also der Anteil an Zucker, der sich in der Beere befindet. Je höher dieser ist, desto süßer ist später der Wein. Ein Beispiel: Trauben, die zu Aus- oder Spätlesen werden sollen, benötigen ein höheres Mostgewicht als jene, die zu trockenen oder halbtrockenen Qualitätsweinen ausgebaut werden. Eisweine oder Beerenauslesen sind in der Regel süße Weine, die zu Desserts oder Obst gereicht werden und ihr Mindestmostgewicht liegt noch höher als bei Aus- oder Spätlesen. Entsprechend wird die Geschmacksrichtung des Weines – und des Sektes – durch die sogenannte Restsüße bestimmt.

Trocken und Co.: Sekt ist nicht gleich Wein

„Trocken“ oder „halbtrocken“ liest man sowohl auf Wein- als auch auf Sektetiketten. Doch das bedeutet nicht, dass beide Produkte den gleichen Geschmack haben. Weine können vier Geschmacksrichtungen haben, wohingegen man beim Sekt von sieben Geschmacksrichtungen spricht. Folgende Auflistung zeigt die Unterschiede ganz deutlich:

Wein:

  • trocken: 0 bis 9 g/l Restzucker
  • halbtrocken: 9 bis 18 g/l Restzucker
  • lieblich: 18 bis 45 g/l Restzucker
  • süß: > 45 g/l Restzucker

Sekt:

  • brut nature: < 3 g/l Restzucker
  • extra brut: 0 bis 6 g/l Restzucker
  • brut: 6 bis 12 g/l Restzucker
  • extra trocken: 12 bis 17 g/l Restzucker
  • trocken: 17 bis 32 g/l Restzucker
  • halbtrocken: 32 bis 50 g/l Restzucker
  • mild: > 50 g/l Restzucker

Das bedeutet für den Sektkauf: Wer gerne trockenen Wein trinkt, sollte beim Sekt nicht ebenfalls zu „trocken“ greifen, denn diese Stufe ist süßer als die trockene Stufe des Weins. Vielmehr sollte hier der Griff zu einem Sekt mit der Geschmacksrichtung brut nature, extra brut oder brut erfolgen.