Was macht einen guten Wein aus?

Was macht einen guten Wein aus?

Was macht einen guten Wein aus? Haben Sie sich diese Frage schon einmal gestellt? Und wenn ja: Kann man das so pauschal sagen? Immerhin ist die Definition von gut und schlecht in manchen Fällen doch sehr subjektiv. Einige Kriterien gibt es allerdings schon, nach denen man guten von weniger guten Tropfen unterscheiden kann. Wir bringen Licht ins Dunkel.

Was macht einen guten Wein aus?

Eine pauschale Einteilung von gut und schlecht in Bezug auf Wein ist eigentlich gar nicht möglich. Denn ob ein Wein als „gut“ definiert wird, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Daher muss man die Blickrichtung anpassen und sich beispielsweise fragen: Passt der Wein zur Gelegenheit, bei der ich ihn genießen möchte? Denn Weine können beispielsweise qualitativ gut sein, jedoch schlecht zu einer bestimmten Mahlzeit passen. Also stellen Sie sich vor dem Kauf die Frage, welche Erwartungen er erfüllen soll. Kaufen Sie den Wein nur für sich selbst oder reichen Sie ihn zu einer besonderen Feier? Wird er pur genossen oder soll es ein Menüwein werden? Von der Antwort auf diese Fragen hängt maßgeblich ab, was Sie für sich als guten und schmackhaften Wein definieren.

Faktoren für guten Wein

Ist teurer Wein gleichzeitig auch gut? Sagt das Etikett etwas darüber aus, ob es sich um guten oder schlechten Wein handelt? Wird Wein besser, je älter er ist?

Guter Wein muss nicht per se teuer sein. Doch es gilt auch: Qualität hat ihren Preis. Man darf nicht vergessen, dass es sich bei Wein um ein landwirtschaftliches Produkt handelt, das in hohem Maße von Klima, Boden und anderen Bedingungen abhängig ist. Die Erträge sind jedes Jahr verschieden, kein Winzer kann genau vorhersagen, ob aus dem aktuellen Jahrgang wirklich ein genussvoller Tropfen wird. Gelesen wird nur einmal im Jahr und auch während des Gärprozesses muss der Kellermeister Entscheidungen treffen, die die Qualität des späteren Weines maßgeblich beeinflussen. Diese Arbeit will honoriert werden. Hochwertige Weine können Sie auch schon im günstigeren Preissegment finden.

Dabei ist ein Blick auf das Etikett zu empfehlen, denn auch hier finden sich schon einige Hinweise darauf, ob Sie einen guten Wein in den Händen halten oder nicht. In der Regel finden Sie darauf Angaben zu Abfüller/Erzeuger, Rebsorte, Lage, Weinanbaugebiet, Zusatzstoffe und Ausbaustufen wie trocken, halbtrocken, lieblich, usw. Je nach Qualitätsstufe – definiert sind dabei Landweine, Tafelweine, Deutsche Qualitätsweine und Deutsche Prädikatsweine – müssen die Trauben bei der Lese bestimmte Bedingungen erfüllen, um die jeweilige Stufe zu erreichen.

Dass alter oder eher gesagt lang gelagerter Wein besser ist, ist ein Klischee. Es kommt dabei maßgeblich auf die Sorte und die Qualitätsstufe an. Es gibt Weine, die am besten nach kurzer Reifezeit abgefüllt und möglichst „jung“ getrunken werden, da sie so ihr Aroma am besten entfalten. Ebenso gibt es Weine, die für den optimalen Genuss in bestimmten Fässern über mehrere Monate bis hin zu Jahren reifen sollten, bevor Frucht und Tannine (Gerbstoffe) ausgewogen sind. Das heißt, wenn es die richtige Sorte ist, dann kann sowohl junger Wein als auch ein länger gelagerter Wein gut sein.

Genuss ist subjektiv

Auf die Frage “Was macht einen guten Wein aus?” gibt es keine pauschale Antwort. DEN guten oder DEN schlechten Wein gibt nicht – außer man meint schlecht im Sinne von ungenießbar. Trotz bester Verarbeitung und Qualitätskontrollen ist es nicht ausgeschlossen, dass nicht doch mal ein Wein mit einem bestimmten Fehlaroma, z.B. korkig, im Regal landet. Das sind allerdings die absoluten Ausnahmen. Letztlich liegt das Prädikat „guter Wein“ häufig auch im Auge des Betrachters bzw. des Weintrinkers. Geschmack ist immer subjektiv und auch der Anlass oder das Essen, zu dem ein Wein gereicht wird, entscheidet darüber mit. Also: Ausprobieren und selbst entscheiden, was guter Wein für Sie bedeutet!