Was passiert mit den Weinreben bei extremer Hitze?

Was passiert mit den Weinreben bei extremer Hitze?

Im Jahr 2018 verzeichnete Deutschland den zweitheißesten Sommer seit der Wetteraufzeichnung. Die Sommerhitze wirkt sich in allen landwirtschaftlichen Bereichen auf die Pflanzen, ihr Wachtum und ihre Reife aus. Was genau geschieht jedoch mit den Weinreben, wenn sie über längere Zeit extremer Hitze ausgesetzt sind? Wir haben Ihnen die markantesten Folgen für die Weinreben bei extremer Hitze zusammengestellt.

Auswirkungen auf die Weinreben bei extremer Hitze

 1. Verlust der Säure
Die hohen Temperaturen führen dazu, dass der Säuregehalt in den Trauben rapide abgebaut wird. Dadurch können Weißweine beispielsweise ihre Fruchtigkeit verlieren. Rotweinreben haben mit der Hitze weniger Probleme. Vielmehr profitieren sie davon. Ein mögliches Zukunftsszenario könnte sein, dass die Rotweinproduktion in Deutschland zunimmt, während der Anbau von Weißweinsorten sinkt und sich in den Norden verlagert.

 2. Wasserverlust bei jungen Reben
Weinreben sind von Natur aus Tiefwurzler und können problemlos aus 7 bis 9 Meter tiefen Erdschichten Flüssigkeit beziehen. Jedoch dauert es einige Jahre, bis das möglich ist. Die Niederschlagsarmut wird bei jungen Reben somit zum Problem. Denn erst wenn die Pflanzen älter als 5 Jahre sind, reichen ihre Wurzeln tief genug. Dann sind sie in der Lage, die fehlende Bewässerung durch Regen auszugleichen. Jüngere Reben sind anfälliger für hitzebedingte Ernteeinbußen durch das Vertrocknen der Pflanzen und deren Früchte.

 3. Schnellere Reifung
Durch die langanhaltenden, höheren Temperaturen wird der Reifungsprozess der Reben beschleunigt. Dadurch erreicht man den Fruchtzuckergehalt, der für den perfekten Weingenuss nötig ist, wesentlich schneller. Infolgedessen beginnt auch die Weinlese wesentlich früher. Normalerweise startet die Lese der Trauben Mitte September, aber in den letzten Jahren konnte schon Ende August damit begonnen werden.

Auf das richtige Verhältnis kommt es an

Weinreben bei extremer Hitze
Letztenendes kommt es jedoch auf das Verhältnis von Temperatur und Trockenheit bzw. Niederschlag an. Dies bestimmt, welche Auswirkungen die Weinreben bei extremer Hitze treffen. So ist viel zu wenig aber auch viel zu viel Regen für die Pflanzen und deren Früchte gefährlich. Zu viel Niederschlag nach der Reife kann zur Fäule der Trauben führen, während zu wenig Regen die Pflanzen verdorren und die Trauben „verschrumpeln“ lässt. Trotzdem haben Hitze und Trockenheit den Vorteil, dass der Schädlingsbefall bspw. durch Pilze, deutlich geringer ist.