Was versteht man unter dem Depot eines Weines?

Was versteht man unter dem Depot eines Weines?

Wenn man vom „Depot“ eines Weines hört, denkt man wahrscheinlich zuerst an eine Lagerungsstätte von Weinen. Mit einem Weindepot kann man in der Önologie jedoch auch einen Aspekt beschreiben, der auftritt, wenn man den Wein über eine längere Zeit lagert. Was also versteht man unter dem Depot eines Weines?

 

Das Depot eines Weines

Das Depot eines Weines bezeichnet im Fachjargon einen aus festen Komponenten bestehenden Bodensatz, der sich nach jahrelangem Lagern eines Weines bildet. Die Rückstände des Reifungsprozesses des Weines setzen sich am Flaschenboden ab. Hierbei handelt es sich vor allem um Farb- und Gerbstoffreste. Diese Stoffe setzen sich jedoch erst nach mindestens 7 Jahren Flaschenreife des Weines ab. Voraussetzung für das Entstehen vom Depot eines Weines ist es, dass der Rebensaft aus tanninreichen Rebsorten hergestellt wurde. Daher sind vor allem Rotweine von der Bildung eines Depots betroffen.

 

Was bedeutet der Bodensatz für die Qualität des Weines?

Weinneulinge gehen häufig davon aus, dass Weine, die ein solches Depot aufweisen, von schlechter Qualität sind. Dabei ist der Bodensatz ein Indiz für das genaue Gegenteil. Die Rückstände entstehen erst nach mehreren Jahren Reifezeit. Gemeinhin sieht man das Depot als Zeichen für das Erreichen der Trinkreife an. Ein Wein mit einem Depot ist also für den perfekten Trinkgenuss ausgereift. Des Weiteren entsteht der Bodensatz nur bei qualitativ hochwertigeren Weinen. Diese Weine werden mit der Bildung solcher Rückstände nach der langen Lagerzeit erst wirklich genießbar und weisen dann eine harmonische Aromatik auf.

 

Wie geht man am besten vor, wenn der Wein ein Depot aufweist?

Depot eines Weines
Obwohl das Depot eines Weines ein Zeichen für dessen Qualität ist, sollte man diese festen Bestandteile nicht mit in das Weinglas überführen. Es ist also notwendig, den Wein beim Eingießen vom Bodensatz zu trennen. Dafür muss der Wein sehr vorsichtig in das Glas eingeschenkt werden. An dieser Stelle ist es durchaus hilfreich, eine Dekantiermaschine einzusetzen. Wer keine Dekantiermaschine zur Hand hat, kann den Wein auch durch ein feines Sieb laufen lassen, um den Bodensatz aufzufangen. Dann steht dem Genuss eines Glases ausgereiften Weines nichts mehr im Weg.