Wein im Mittelalter – So hat er geschmeckt

Wein im Mittelalter – So hat er geschmeckt

Vor etwa 2000 Jahren begannen die Menschen in Deutschland Wein anzubauen. Römer brachten Rebstöcke aus ihrer Heimat mit und begannen Wein nach römischem Vorbild zu produzieren. Eine Hochzeit hatte der Wein im Mittelalter, unter der Förderung von Kaiser Karl dem Großen blühte der Weinanbau auf. Mit der Zeit hatte das Getränk einen gewissen Status in der Gesellschaft inne. Über die Jahre stieg sein Ansehen in der Bevölkerung immer weiter. Wir haben die wichtigsten Information zu Wein im Mittelalter zusammengetragen.
 

Wein als Trinkwasserersatz

Die Menschen hatten zu Zeiten des Mittelalters häufig Schwierigkeiten an sauberes Trinkwasser zu kommen. Vor allem in den Städten gab es kaum Zugang zu unverschmutzten Trinkwasserquellen. Daher griffen die Menschen häufig auf alkoholische Getränke wie Wein und Bier zurück. Diese waren durch ihre Herstellungsprozesse gut genießbar und verträglich. Auch Kinder bekamen den überwiegend schwach alkoholischen Wein häufig auch mit Wasser verdünnt zu trinken. Da Wein im Mittelalter je nach Machart sehr kostspielig war, nutzten vor allem die höheren Schichten das Getränk als Trinkwasserersatz.
 

Wein im Mittelalter als Maß für den gesellschaftlichen Stand

Reinen Wein konnten sich im Mittelalter nur die Reichen leisten. Bei ihnen gehörte das Getränk immer zum Essen und Festlichkeiten dazu. Es zeugte also von einem hohen gesellschaftlichen Stand, wenn man Wein servieren konnte. Das einfache Volk trank sogennanten Tresterwein. Dieses schwach alkoholische Nebenerzeugnis entstand beim zweiten Auspressen der Trauben. Den beim ersten Pressen entstandenen „Muttertropfen“ konnten sich nur die Wenigsten leisten und sogar der Tresterwein war nicht für alle erschwinglich. Die ärmsten Bevölkerungsschichten mussten daher auf Dünnbier zurückgreifen.
 

Weinanbau und -produktion im Mittelalter

Wein im MittelalterDie meisten Weinberge waren im Mittelalter um die Klöster herum angelegt. Damit waren vor allem die Mönche mit dem Weinbau und der -produktion betraut. Für sie hatte der Wein vor allem eine religiöse Bedeutung, schließlich symbolisierte er das Blut Christi. Der Wein im Mittelalter wurde aus den vorhandenen Rebsorten gewonnen, die sehr anfällig für Fäule waren. Aus diesem Grund mussten sie früh geerntet werden. Allerdings waren die Erträge der mittelalterlichen Reben wesentlich geringer als die Ernte von heutigen Pflanzen. Der Rebensaft wurde dann mit den Füßen ausgepresst. Sowohl durch das Auspressen mit bloßen Füßen, als auch durch das fehlende Lagern der Weine waren die Herstellungsbedingungen nicht sonderlich hygienisch. Trotzdem hatte der Wein eine bessere Qualität als das meiste Trinkwasser. Im späteren Mittelalter wurden dann die Reifung und das Lagern der Weine in Fässern insbesondere in Klöstern eingeführt und verbessert.
 

Wie schmeckte Wein im Mittelalter?

Mittelalterlicher Wein war im Gegensatz zu dem heutigen Rebensaft relativ sauer. Vor allem im frühen Mittelalter wurde der Wein daher mit Honig und Gewürzen geschmacklich aufgewertet. Nur die importierten Weine aus italienischen und französischen Weinanbaugebieten waren von Natur aus süßer und vollmundiger. Ab dem späteren Mittelalter kam es zu klimatischen Veränderungen, wodurch auch in deutschen Anbaugebieten genießbarere Weine gediehen. Mit diesen konnte dann die Hanse sogar in England und Skandinavien Handel treiben.