Weinetikett: Diese Angaben müssen drauf

Weinetikett: Diese Angaben müssen drauf

In Deutschland werden Sie keine Weinflasche ohne Weinetikett finden, denn es herrscht Etikettierungspflicht. Hierzulande und nach EU-Recht ist streng geregelt, welche Informationen ein Weinetikett enthalten darf. Dabei unterscheidet man zwischen verpflichtenden und freiwilligen Angaben.

Pflichtangaben auf dem Weinetikett

In der Regel haben Weinflaschen zwei Etiketten – eines, das nach vorn im Regal die Aufmerksamkeit des Käufers anzieht, und eines auf der Rückseite, auf dem das „Kleingedruckte“ steht. Das sind die nach Verordnung eigentlich verpflichtenden Angaben, was das rückseitige Weinetikett zum Hauptetikett macht.

Folgende Informationen sind Pflicht:

  • Verkehrsbezeichnung, z.B. Wein, Perlwein oder Sekt
  • Qualitätsstufe: Hier finden sich die Begriffe Deutscher Qualitätswein (DQW, alternativ: Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete Q.b.A), Deutscher Prädikatswein (DPW), Landwein mit Herkunftsangabe oder Tafelwein. Die Stufen richten sich nach Alkoholgehalt, Mostgewicht und Anbaugebiet.
  • Alkoholgehalt
  • Herkunftsangabe, wobei es drei Möglichkeiten gibt:
    1. ohne geographische Angabe – z.B. Wein aus der europäischen Gemeinschaft
    2. Wein mit geschützter Ursprungsangabe
    3. Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung, d.h. der Wein wird komplett im Herkunftsgebiet verarbeitet
  • Prüfungsnummer, die es vor allem bei Qualitätsweinen, Prädikatsweinen und Sekt gibt. Sie ist eineindeutig.
  • Abfüller oder der Herstellername
  • Geschmacksangabe bei Sekt, z.B. trocken, brut, extra brut, usw.
  • Nennfüllmenge, also die Inhaltsangabe, z.B. 0,75 Liter
  • Allergeninformation, z.B. Schwefeldioxid bei einem Gehalt über 0,10mg/l („enthält Sulfite“) oder Behandlungsmittel auf Milch- oder Eibasis, z.B. Kasein, Albumin und Lysozym bei einem Gehalt über 0,25mg/l
  • Losnummer, ist eine vom Hersteller vergebene Kennzeichnung der Verkaufseinheit, die auch durch die Prüfungsnummer ersetzt werden kann

Freiwillige Angaben

Neben den verpflichtenden Angaben darf das Weinetikett auch fakultative Informationen enthalten. Diese unterliegen jedoch dem Täuschungs- und Irreführungsverbot, d.h. sie müssen der Wahrheit entsprechen. Folgende Informationen lassen sich evtl. finden:

  • Jahr der Lese (Jahrgang)
  • Rebsorte, die jedoch nur genannt werden darf, wenn der Wein zu 100% aus Trauben dieser Sorte besteht.
  • Geschmacksangabe, d.h. trocken, halbtrocken, lieblich, süß
  • traditionelle Begriffe, die bei Landwein üblich sind, z.B. „Schillerwein“
  • Erzeugungsverfahren, z.B. Barriquefass, Stahltank, traditionelle Flaschengärung
  • genaue geografische Angabe, z.B. ein genauer Ortsteil oder eine spezielle Lage
  • Erzeugerbetrieb, kann ein anderer sein als der Abfüller

Darüber hinaus können weitere Angaben auf dem Weinetikett angegeben werden, die vom Gesetz her zugelassen sind. Sie müssen ebenfalls wahr sein. Dazu zählen dann zum Beispiel die Speiseempfehlungen, also wozu Sie den Wein am besten genießen, oder Angaben zu Bio- oder Ökoweinen. Letztere sollten jedoch auf einem Sonderetikett ersichtlich sein.

Geschichte des Weinetiketts

Wie kommt es eigentlich, dass Weinflaschen heute auf das Genaueste gekennzeichnet sein müssen? Wie vieles hat auch das seinen Ursprung in der Geschichte. Schon zu Zeiten der Römer wurden Gefäße, die Wein enthalten, auch als solche gekennzeichnet, um sie von anderen unterscheiden zu können. Das liegt nicht zuletzt daran, dass man früher undurchsichtige Amphoren nutzte – Glas, geschweige denn Flaschen waren noch nicht erfunden. So war der Inhalt nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Informationen über den Inhalt wurden daher über viele Jahrhunderte auf einem Anhänger festgehalten, der um den Hals der Amphore gebunden wurde. Noch im Mittelalter war das üblich. Dank der Erfindung des Druckverfahrens setzten sich selbstklebende Etiketten nach und nach durch. Durch moderne Druckverfahren sind der Kreativität dabei kaum noch Grenzen gesetzt – so lang die Pflichten für das Weinetikett eingehalten werden.