Weinjahrgang 2018: ein Rekordjahr?

Weinjahrgang 2018: ein Rekordjahr?

Der Sommer 2018 war extrem heiß und die Landwirtschaft hat gelitten. Die Winzer jedoch hatten Grund zur Freude. Das warme, trockene Wetter ist den Weinreben gut bekommen. Im Gegensatz zu 2017 ist die Weinernte deutlich besser ausgefallen. Ist es möglich, 2018 als Rekordjahr für die deutschen Winzer und ihre Weinproduktion zu bezeichnen?

Deutlich höhere Erträge

2017 belief sich der Ertrag bundesweit auf 7,5 Millionen Hektoliter, was deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre liegt. Ein Jahr später konnten die Winzer einen Ertrag von 10,7 Millionen Hektolitern vermelden. Damit hatten sie die größte Ernte seit 1999 und konnten ihre Weinkeller wieder aufstocken.
Dass die Ernte so gut ausfiel, hatte aufgrund der langen Trockenheit niemand erwartet, trotzdem war es für die Weinbauern ein ausgesprochen guter Weinjahrgang 2018.

Ausnahmejahr für die Entwicklung der Trauben

Man könnte meinen, dass langanhaltende Hitze und deutlicher Wassermangel keine guten Voraussetzungen für die Entwicklung der Reben und deren Früchte sind. 2018 war jedoch das Gegenteil der Fall: die Pflanzen profitierten von den Wetterbedingungen. Durch die vielen Sonnenstunden entstanden vor allem qualitativ hochwertige Weine. Die Rotweine des Jahrgangs sind gekennzeichnet durch eine kräftige Farbe und einen vollmundigen Geschmack. Die Weißweine wiederum zeichnen sich durch eine besondere Fruchtigkeit aus.

Ein Rekordjahr in allen Weinregionen?

Trotz eines generellen Anstiegs der Erträge gab es deutliche Unterschiede in der Höhe der Steigerung. Die größte Aufbesserung der Erträge konnten die Winzer in mittelrheinischen Gebieten mit über 60% verzeichnen. Auch in den Gebieten Rheinhessen und Pfalz gab es eine deutliche Steigerung von fast 20%. Den geringsten Erntezuwachs verzeichnete die Anbauregion Saale-Unstrut. Trotz allem kam es in allen Regionen zu einem deutlichen Ertragsanstieg im Vergleich zum Vorjahr.

Rekordjahr 2018 oder doch nicht?


Bundesweit betrachtet, kann man von einem Rekordjahr 2018 für die Winzer sprechen. Dies stimmt sowohl hinsichtlich der Ertragssteigerungen, als auch hinsichtlich der Weinqualität. Auf regionaler Ebene zeigt sich dieser Rekord aufgrund der Unterschiede bezüglich des Ernteanstiegs jedoch mehr oder weniger stark ausprägt. Alle Winzer können jedoch von einem sehr guten Weinjahrgang sprechen.