Weinkeller: Wie lange kann man welchen Wein lagern?

Weinkeller: Wie lange kann man welchen Wein lagern?

Private Weinkeller sind gerade nach Festen immer voll: Haben Sie zu Weihnachten auch einige Weingeschenke bekommen? Natürlich kann man diese edlen Tropfen nicht alle auf einmal trinken. Guten Wein sollte man genießen und das vielleicht sogar über eine längere Zeit. Viele Weintrinker beschäftigen sich aus diesem Grund mit der komplexen Thematik „Wein lagern“.

Haben Sie schon einmal auf dem Etikett einer Weinflasche ein Haltbarkeitsdatum gesehen? Nein? Dann haben Sie bis jetzt immer vergebens danach gesucht, denn man kann keins finden. In manchen Fällen stößt man lediglich auf einen Hinweis, der aussagt, dass der Wein innerhalb der nächsten 2-3 Jahre getrunken werden soll. Dabei handelt es sich meistens um Rosé- oder Weißweine aus dem unteren Preissegment. Oder man liest auf der Flasche, dass man den Wein direkt trinken kann, aber auch die Möglichkeit der Einlagerung hat. Beide Angaben sind jedoch wenig präzise.

Ohne Probleme Wein lagern

Einige elementare Grundregeln gibt es jedoch dennoch zum Thema Wein lagern. Die Lagerungsfähigkeit hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wenn der Wein von jungen Rebstöcken stammt, in den meisten Fällen sind diese zwischen 5 und 15 Jahre alt, wird keine allzu lange Lagerung empfohlen. Weine von alten Reben hingegen können von einer längeren Einlagerungszeit im Weinkeller profitieren, da diese mehr Körper und mehr Extrakt in den Wein bringen. Rebstöcke, die älter als 30 Jahre sind, sind jedoch eher seltener und nicht mehr so häufig vorzufinden, weil sie einfach weniger Ertrag bringen. Genau aus diesem Grund gibt es heutzutage kaum noch Weine mit längerer Haltbarkeitsdauer.

Faktoren der Lagerung im Weinkeller

Weine werden in der heutigen Zeit so produziert und angebaut, dass sie schon in kürzester Zeit trinkbar sind. Da die meisten Weintrinker nicht unbedingt die Möglichkeit beziehungsweise den Platz haben, ist eine Lagerung gar nicht mehr wirklich vorgesehen und gewünscht. Lediglich 5-10% der heute angebotenen Weine profitieren noch von einer längeren Lagerung.
Grob kann man sagen: Je höher der Tanningehalt, desto lagerfähiger ist der Wein. Auch der Süßegrad eines Weines ist für die Lagerung entscheidend. Süßer Wein hält sich bedeutend länger. Einige weitere Faktoren wie zum Beispiel ein hoher Säuregehalt, Schwefelgehalt oder Alkoholgehalt sprechen ebenso für die Weinlagerung, denn sie wirken als gute Konservierungsmittel.
 
Einige Beispiele:

 
Die Haltbarkeit von Weinen im Weinkeller kann also sehr unterschiedlich sein. Manche Weine haben zum Beispiel eine Lagerzeit von Jahrzehnten, schmecken aber nach ein paar Jahren schon nicht mehr. Tipp: Sie können sich am Preis orientieren oder erkundigen sich beim Einkauf bei Fachpersonal oder im Voraus in Fachmagazinen. In jedem Fall ist es wichtig zu wissen, wie lange welcher Wein gelagert werden kann – sonst verliert auch der beste Tropfen an Qualität.

Überblick: Welches Lagerungspotenzial hat welcher Wein

Das Potenzial der Lagerung ist von Wein zu Wein unterschiedlich und lässt sich nicht verallgemeinern. Wir geben Ihnen einen kleinen Überblick:

WeinMerkmalMögliche Lagerung
Qualitätsweinnormal
sehr säurebetont
1-3 Jahre
3-6 Jahre
Kabinettweinnormal
Riesling
1-2 Jahre
2-4 Jahre
Spätlesennormal3-5 Jahre
Auslesennormal4-6 Jahre
Beerenauslesennormalmindestens 10 Jahre (bis zu 100 Jahre)