Die Weinpyramide: Wie erkennt man einen hochwertigen Wein?

Die Weinpyramide: Wie erkennt man einen hochwertigen Wein?

In Supermärkten, im Weinfachhandel oder direkt beim Winzer gibt es viele unterschiedliche Weine zu unterschiedlichen Preisen. Dabei kann eine ähnliche Rebsorte, beispielsweise ein Spätburgunder, unterschiedliche Preise haben. Das liegt an den Qualitätsstufen des Weines, die in der sogenannten Weinpyramide festgelegt sind.

Die unterschiedlichen Qualitätsstufen des Weins

WeinpyramideIm derzeit gültigen Weingesetz gibt es drei grundlegende Güteklassen, in welche der Wein eingeteilt wird: Deutscher Wein, Landwein sowie Qualitätswein und Qualitätswein mit Prädikat (Prädikatswein). Diese gehören auch zu den Pflichtangaben auf den Etiketten.

Damit werden die deutschen Weine anders als bei unseren europäischen Nachbarn nach Reifegrad unterschieden. Die Güteklasse orientiert sich somit an den Öchslegraden eines Weines. In Frankreich, Italien und Spanien hingegen steht die Lage also die Herkunft des Weines im Vordergrund.

Dies könnte auch in Deutschland bald der Fall sein. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat eine Novelle des Weingesetzes vorgelegt. In dieser soll zukünftig die Herkunftsbezeichnung anstatt des Reifegrades Basis für die Qualität des Weines sein. Im Oktober berät der Bundestag über die Gesetzesänderung, die dann bereits im Dezember in Kraft treten könnte.

Was bedeuten die Güteklassen der Weinpyramide?

Doch was bedeuten die derzeit noch gültigen Güteklassen eigentlich?

Was ist Deutscher Wein?

Deutscher Wein ohne weitere Herkunftsbezeichnung ist die unterste Stufe der Qualitätspyramide. Diese Stufe wurde früher auch Deutscher Tafelwein genannt. Diese Bezeichnung ist jedoch seit der EU-Weinrechtsänderung vom 1. August 2009 veraltet. Deutscher Wein muss aus heimischem Lesegut von zugelassenen Rebsorten stammen.

Außerdem sollte der Wein einen Gesamtalkoholgehalt von mindestens 8,5 % vol. aufweisen. Das natürliche Mindestmostgewicht (also der Öchslegrad) beträgt bei diesen Weinen in der Regel 44° bis 50°.

Was ist Deutscher Landwein?

Der Deutsche Landwein stellt die gehobene Stufe des Deutschen Weines dar. Um seinen Wein als Deutschen Landwein bezeichnen zu dürfen, müssen die Trauben zu 85 Prozent aus einem der 26 Landweingebiete stammen. Damit zählt der Landwein zu den Weinen mit einer geschützten geografischen Angabe. Diese muss auf dem Etikett angegeben werden.

Der deutsche Landwein wird trocken oder halbtrocken ausgebaut und hat ein natürliches Mindestmostgewicht von 47 bis 55 Öchslegrad.

Was ist Qualitätswein?

Basisweine

Unsere Basisweine gehöhren alle zu den Deutschen Qualitätsweinen

Qualitätsweine sind Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Diese bilden die größte Gruppe an Weinen in Deutschland. Bei Qualitätsweinen müssen die Trauben zu 100 Prozent aus einem der 13 deutschen Weinanbaugebiete stammen. Zudem muss die Rebsorte in dem Weinanbaugebiet zugelassen sein und die Weine müssen sowohl eine sensorische als auch analytische Qualitätsweinprüfung bestanden haben. Qualitätsweine tragen darüber hinaus eine Prüfungsnummer, anhand der man sie erkennen kann.

Wichtig ist zudem, dass für jeden Qualitätswein untere Grenzwerte beim natürlichen Alkoholgehalt festgelegt sind. Diese Mindestwerte unterscheiden sich nach Rebsorte und Anbaugebiet. Das Mindestmostgewicht liegt zwischen 50° und 72° Oechsle.

Für Deutsche Weine, Landweine und Qualitätsweine gilt, dass sie vor der Gärung mit einer gesetzlich begrenzten Menge an Zucker angereichert (chaptalisiert) werden dürfen- Dadurch wird der Alkoholgehalt des Weines etwas zu erhöhen.

Was ist ein Prädikatswein?

Für Prädikatsweine (Kurzform von Qualitätsweine mit Prädikat) gelten die höchsten Qualitätsanforderungen in Bezug auf Reife, Harmonie und Eleganz. Obwohl sie in die Güteklasse der Qualitätsweine gehören, dürfen sie nicht mit Zucker angereichert werden und dürfen nur aus einer Rebsort bestehen.

Bei den Prädikatsweinen liegt das natürliche Mindestmostgewicht bei 70 bis 154° Öchsle und der Mindestalkoholgehalt bei 5,5 % vol. Wie bei den „normalen“ Qualitätsweinen unterscheiden sich der Wert zum einen nach Rebsorte und Anbaugebiet, aber auch noch Prädikat.

Insgesamt gibt es sechs verschiedene Prädikate (in aufsteigender Reihenfolge):

  • Kabinett: feine, leichte Weine aus reifen Trauben mit geringem Alkoholgehalt
  • Spätlese: reife, elegante Weine mit feiner Frucht, die etwas später geerntet werden
  • Auslese: edle Weine aus vollreifen Trauben, unreife Beeren werden ausgesondert.
  • Beerenauslese: volle, fruchtige Weine aus überreifen, edelfaulen Beeren
  • Eiswein: aus Trauben, die in gefrorenem Zustand unter minus 7 Grad Celsius gelesen und gefroren gekeltert werden, sodass nur das Frucht-Konzentrat ausgepresst wird
  • Trockenbeerenauslese: aus rosinenartig eingeschrumpften, edelfaulen Beeren ist die Trockenbeerenauslese die Spitze der Qualitätspyramide, süß und honigartig hat sie eine extreme Alterungsfähigkeit von Jahrzehnten

 

Qualitätsstufen der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut

Neben den gesetzlich vorgegeben Qualitätsstufen hat die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut eine eigene Qualitätspyramide für ihre Produkte eingeführt. Diese kann an den Etiketten in vier charakteristische Farben erkannt werden. Die farbliche Gestaltung zeigt, wo die Weine herkommen und in welcher Qualitätsstufe sie ausgebaut wurden:

Qualitaetspyramide der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut

Qualitaetspyramide der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut

  • Orange – Basisweine: Sie sind Deutsche Qualitätsweine, die in der Regel trocken bis halbtrocken ausgebaut werden.
  • Grün – Bereich Schloss Neuenburg: Das sind Deutsche Qualitätsweine von den Weinhängen eines bestimmten Bereiches, dem Bereich Schloss Neuenburg. Sie sind frisch, filigran und zeichnen sich durch eine Spätlesequalität aus.
  • Grau – Lagenweine: Die Trauben dieser Weine stammen aus den Einzellagen der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut. Sie alle haben ein unterschiedliches Terroir, das sich im Bukett der jeweiligen Weine wiederfindet und sie zu einem besonderen Geschmackserlebnis machen. Bei den Lagenweinen handelt es sich ausnahmslos um Weine der Qualitätsstufe Deutscher Prädikatswein.
  • Gold – Kellermeister Edition: Diese Weine sind limitiert und werden in Barriquefässern vinifiziert. Sie werden sowohl als einzelne Sorten als auch als exquisite Cuvées hergestellt.