Was macht der Winzer eigentlich im Januar?

Was macht der Winzer eigentlich im Januar?

Die Weinlese im Herbst ist die Hochsaison für die Winzer. Glück beim Wetter zu haben, den richtigen Zeitpunkt für die Lese der einzelnen Lagen und Rebsorten abzupassen und die Trauben in den Keller zu bringen, fordert sie ununterbrochen. Doch was macht der Winzer im Januar? Selbst wenn die Natur im Winter ruht, hat der Winzer noch immer viel Arbeit auf dem Weinberg und auch im Keller.

Winzer im Januar: Weinberge oder Keller?

Nach dem ersten Frost haben die Reben die Winterruhe angetreten. Der Winzer ist entweder im Keller zu finden, wo er sich um den Ausbau der Jungweine kümmert. Oder man findet den Winzer im Januar in den Weinbergen, wo er sich dem Rebschnitt annimmt und den Boden vorbereiten muss. So ganz ohne Arbeit ist auch die kalte Jahreszeit nicht für Winzer und Weinbauern.

Das richtige Augenmaß ist gefragt

Nach der Lese müssen sich die Weinberge und Reben erholen. Der Vorgang der Vorbereitung und Lese verursacht regelrecht Stress bei den Pflanzen. Daher wird der Boden zwischen den Rebreihen vorsichtig gepflügt, um ihn zu lockern und mit Luft zu versorgen. Einige Winzer schützen den Boden zusätzlich vor Erosion, indem sie ihn begrünen. Die Begrünung wird im Frühjahr wieder untergepflügt, um die Reben mit Nährstoffen zu versorgen. Ansonsten braucht der Boden Feuchtigkeit, die er für die Verarbeitung im Frühjahr speichert. Auch Kälte und Schnee helfen dem Boden sich zu erholen.

Im Januar und Februar ist die Qualitätssicherung gefragt. Die Reben werden beschnitten und damit wird festgelegt wie viele „Augen“ an einer „Fruchtrute“ bleiben, aus denen später die neuen Triebe herauswachsen und sich die Trauben entwickeln. Der Winzer bestimmt damit ob der Fokus auf den Ertrag oder auf die Qualität gelegt wird für die kommende Ernte. Treibt die Rebe weniger Früchte aus, kann sie die Trauben besser versorgen. Jedoch fällt die Ernte folglich geringer aus.

Und was passiert gleichzeitig im Keller?

Der Weinkeller ist des Winzers Talentschmiede. Während der kalten Jahreszeit schaut er, welche neuen Stars er hervorbringen kann. Die Jüngsten brauchen seine größte Aufmerksamkeit, damit sie sich bestens entwickeln. Die alkoholische Gärung ist abgeschlossen und die Weine ruhen noch auf dem Hefelager. Jetzt muss der Winzer Entscheidungen treffen, die für die Stilistik des Weines wichtig sind. So muss er die einzelnen Chargen im Auge behalten und immer wieder probieren. Soll der Wein noch auf dem Hefelager bleiben? Soll der Weißwein etwas Säure verlieren oder braucht er mehr Frische? Soll der Wein in Stahltanks oder doch ins Holzfass?

Festzuhalten ist, dass auch während der geruhsamen Winterzeit ganz entscheidende Dinge im Leben des Weins geschehen.